Wer von Partizipation oder Beteiligung spricht, muss wissen, worüber er redet. „Partizipation“, als ein normatives Gebot, muss sich in praktischen Verfahren realisieren. Um ein Urteil darüber fällen zu können, inwiefern die Beteiligung von Betroffenen in Hilfeprozessen gelingt, d.h. konkret inwiefern ihre jeweiligen Sicht- und Denkweisen auch tatsächlich sichtbar oder sogar zur Geltung gebracht werden, bedarf es mehr als nur den „guten Willen“ der Fachkräfte.
Über den zweifelsohne notwendigen „guten Willen“ hinausgehend bedarf es sowohl ein tieferes Verständnis hinsichtlich der objektiven Potentiale und Begrenzungen des je spezifischen Handlungsrahmens (z.B. eine Familienhilfe oder Erziehungsbeistandschaft oder einer Hilfe im Kontext eines §8a-Verfahrens) als auch ein Repertoire an adäquaten Interventionsverfahren.
Zu diesem Zweck werden exemplarisch zentrale Aspekte der Verfahren ‚Familienrat‘ und ‚Pädagogische Diagnosen‘ beleuchtet und im Hinblick auf ihr jeweiliges Potential diskutiert
1. Partizipation/Beteiligung in formalen bzw. institutionellen Kontexten.
2. Partizipative Verfahren in pädagogischen Kontexten, Familienrat und pädagogische Diagnosen
Die exemplarische Vorstellung der Methoden (Praxisbezug) ist theoretisch gerahmt durch grundlegendere Überlegungen zum Partizipationsbegriff. Die ihm innewohnenden Widersprüche und die mit diesen auftretenden Irritationen sollen am konkreten Material, d.h. den methodischen Konzepten verhandelt werden.
Die Veranstaltung ist gegliedert in drei Vorträge mit jeweils sich anschließendem Austausch:
1. Einführung zu den Begriffen Partizipation und Beteiligung im pädagogischen Kontext
2. Familienrat
3. Pädagogische Diagnosen sowie einer abschließenden, im besten Fall die Blöcke zusammenführenden Diskussion.
Die Fortbildung beginnt mit einer Abfrage und Sammlung der Erwartungen der Teilnehmenden sowie einer Kartenabfrage zu den Begriffen „Partizipation“ und „Beteiligung“. Insbesondere das Ergebnis der zweiten Abfrage bildet den begrifflichen Bezugsrahmen für die den Vorträgen folgenden Austauschrunden.
Referent:in
- Elena Schad (Familienratskoordinatorin)
- Sven Jacob (Sozialpädagogische Diagnosen)

