Traumapädagogik

„Traumatische Erlebnisse in der stationären Jugendhilfe sind eher die Regel als die Ausnahme. Über 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben potenziell traumatisierte Ereignisse durchlebt.“
Jaritz/Wiesinger/Schmid (2008)

Die Jugendwohngruppe muss als sozialer Ort mit seinen institutionalisierten Regelungen und persönlichen Beziehungsangeboten für die darin lebenden traumatisierten Jugendlichen mögliche Alternativen zur Verarbeitung ihrer entwicklungspsychologischen und traumaspezifischen Konflikte bereitstellen.

Zu Orten förderlicher Entwicklung werden stationäre Jugendhilfeeinrichtungen, wenn sie den BewohnerInnen wesentliche Erfahrungsmodi zur Entwicklung einer starken psychischen Widerstandsfähigkeit ermöglichen. Zu diesen Erfahrungen gehören nach Jaritz/Wiesinger/Schmid (2008):

  • Erfahrungen der Selbstwirksamkeit über ein erfolgreiches Handeln in der Alltagswelt
  • Erfahrungen des Selbstwertes über Rückmeldungen durch signifikante andere
  • Erfahrungen der Selbst-Einbindung über eine Integration in eine größere Gemeinschaft

Um den fachlichen Anforderungen und den Bedarfen der BewohnerInnen gerecht zu werden, beschäftigt sich das Team, unter fachlicher Begleitung des Teammitgliedes Herrn Liebig (Traumapädagoge), seit längeren mit traumapädagogischen Konzepten in der stationären Jugendhilfe.

Daneben hat die Einrichtung im Mai 2018 – unter der fachlichen Anleitung von Thomas Röhl* – einen Prozess begonnen, traumapädagogische Standards in den fachlichen Alltag zu implementieren und diese im Rahmen eines traumapädagogischen Konzeptes fest zu schreiben.

Ziel ist es, die pädagogische Arbeit an den fachlichen Standards der BAG Traumapädagogik auszurichten, die Fachkräfte kontinuierlich traumapädagogisch weiter zu bilden und mittelfristig ein fundiertes traumapädagogisches Konzept vorzulegen.

Wir sind Mitglied im Fachverband Traumapädagogik.

*Thomas Röhl
Erziehungswissenschaftler MA, Fachpädagoge für Psychotraumatologie (SIPT)